Loretta von Sponheim

    Im 14 Jahrhundert lebte Loretta von Sponheim, die Witwe von Graf Heinrich II. von Sponheim-Starkenburg auf der Starkenburg mit ihrem Sohn, für den sie die Vormundschaft hatte.

    Zu dieser Zeit erhob der Trierer Erzbischof Balduin Ansprüche auf das Kröver Reich und die Bänne Birkenfeld und Brombach, die unter der Herrschaft der Sponheimer standen. Balduin glaubte mit einer jungen Frau wie Loretta leicht fertig zu werden.

    Er begann 1326/27 an der Nahe mit dem Bau einer Burg als militärischen Stützpunkt gegen die Grafen von Sponheim und der Burg Birkenfeld, die den sponheimischen Besitz dort schützte.

    Die Versuche von Loretta, Balduin auf diplomatischem Wege zu einem Rückzug zu bewegen und von Ansprüchen abzusehen, fruchteten nicht. Sie griff deshalb zu drastischeren Maßnahmen und ließ den Erzbischof kurzerhand entführen. Bei einer Schiffsreise auf der Mosel wurde Balduin bei Traben-Trarbach von den Mannen Lorettas gefangen genommen und auf die Starkenburg gebracht.
    Wie lange die Gefangenschaft für den Erzbischof dauerte ist nicht überliefert. In Verhandlungen die von König Johann von Böhmen unterstützt wurden, konnte man sich schließlich einigen. Balduin musste letztendlich ein Lösegeld bezahlen und die an der Nahe erbaute Burg an die Gräfin abtreten. Die alleinige Landesherrschaft in den Bännen von Birkenfeld und Brombach wurden Loretta zugesichert. Vom Kröver Reich bekam Balduin nur die Teilrechte, die er legal den Herren von Daun abgekauft hatte.

    Um den kirchlichen Strafen zu entgehen, die auf die Entführung eines hohen geistlichen Herrn standen, unternahm Lauretta eine Reise nach Avignon, um dort von Papst Johannes XXII. Absolution zu erbitten.

    Die Burg an der Nahe wählte Loretta als Witwensitz und lebte dort etwa 15 Jahre. Sie wurde fortan Frauenburg genannt.