Erste Kulinarische Nachtwanderung sehr gut besucht

Start der Nachtwächterführung in Baumholder am Place de Warcq

Erste kulinarische Nachtwächterführung durch de Flecke von Bamholler

Pünktlich mit dem sechsten Glockenschlag der Rathausuhr konnten die beiden Nachtwächter Dieter Heinz und Ernst Schmitz 34 erwartungsvolle Gäste, darunter auch fünf Kinder, vor dem alten Rathaus begrüßen.

Nach einer kurzen Begrüßung ging es direkt zum Hotel-Restaurant Berghof zur Vorspeise eines 3-Gänge Menüs: über Bruschetta, Tappas und Wraps bis hin zu Garnelen war alles dabei, ließ keine Wünsche offen und heimste viel Lob ein.

Vorspeisenbuffet bei der Nachtwächterführung durch Baumholder Die beiden Nachtwächter standesgemäß gekleidet


Nach einer knappen Stunde ging es an den „Place de Warcq“ zurück. Hier gab Nachtwächter Dieter in gut gereimtem Vortrag einen Überblick über die Geschichte der Stadt, vom Mittelalter bis heute. Auch über das Rathaus und den Goldenen Engel wusste er interessantes zu berichten. Nachtwächter Ernst verlas sodann die Gemeindeordnung aus dem Jahre 1738 in welcher die Aufgaben des Nachtwächters festgelegt waren.

Auf Anfrage der Nachtwächter meldeten sich zwei der Kinder, die die Rolle des Laternenträgers übernehmen wollten.
Über die Untergasse und die Badegasse ging es zur Alten Schmiede Bier. Auch hier erfuhren die zum Teil sehr weit angereisten Gäste viel Interessantes über den Werdegang der Schmiede und den Schmiedeberuf. An der Einmündung der Scheergasse in die Hauptstraße, vor der ehemaligen Bäckerei Karl Schneider, wurden viele Geschichten über die Veränderungen der Stadt den Teilnehmern erzählt. Dabei konnten sich noch viele an die Zeit zwischen den 50ern und 80ern Jahren erinnern.

Nachtwächterführung an der Schmiede Bier in Baumholder


Weiter führten die Nachtwächter die Gruppe zur Hubertuspforte an Nagels-Eck. Wobei es auch hier über das stattliche, ehemalige Haus Nagel, die Herberge vor dem Tor und das nicht mehr vorhandene Hotel „Zur Post“ viel zu berichten gab. Nachtwächter Dieter machte den Nachtwandlern einmal klar, wie es früher zu einer Torschlusspanik kommen konnte. Durch den ehemaligen Stadtgraben ging es zur Frohnpforte, einem ehemals überbauten Tor mit Wächterwohnung, Uhr und Glocke. Die beiden letzteren wurden beim Bau des Rathauses 1840 dort eingebaut, da die Frohnpforte abgerissen wurde.

Nun war es endlich Zeit für den Hauptgang des 3-Gänge Menüs im Hotel-Restaurant Zum Stern. Unter dem Motto „Gastlicher Westrich“ wurde für alle ein leckeres Buffet angeboten: Westricher Braten (marinierter Rinderschmorbraten), Petersilienkartoffeln, Blumenkohl in Bechamelsauce, Erbsen und Fingermöhrchen, Pasta mit hausgemachtem Bärlauch Pesto und frischem Parmesan.

Einige wären ja gerne noch bei einem Glas Wein oder Bier sitzen geblieben, jedoch drängten die Nachtwächter zum Aufbruch, denn es gab ja noch vieles über den Flecke zu erzählen. Beim Blick von der Kennedyallee aus über die Wäschbach kam die Idee auf, die Sprungschanze um einige Meter zu verlängern, damit Wagemutige einen Sprung in den Wäschbachbrunnen wagen könnten. In der Lückstraße konnte einiges über das ehemalige Gefängnis sowie über den volksmündlichen Glaspalast berichtet werden. An der Linde in der Oberstraße war früher der Marktmittelpunkt des Fleckens. Hier brach auch 1880 der verheerende Brand aus, der Baumholder zu 90% zerstörte. An der evangelischen Kirche angelangt wurde vieles über die Kirchengeschichte und die Glocken im Turm erzählt. Am Nordturm, oder Leichenpförtchen, und der katholischen Kirche vorbei ging es zum Dicken Turm. Hier verteilten die Nachtwächter den obligatorischen Turmschnaps, von dem rege Gebrauch gemacht wurde.

Nachtwächterführung es wird langsam dunkel in den Gassen von Baumholder

Natürlich durfte auch beim zehnten Glockenschlag der Stadtuhr das Nachtwächterlied, vorgetragen von den beiden Nachtwächtern, nicht fehlen.

Durch den Hunseck, der letzten Station dieser Nachtwächterführung, war die Einkehr im Hotel-Restaurant Westrich zur Nachspeise, dem dritten Gang,  von allen ersehnt: eine einfallsreiche Kreation verschiedener Nachspeisen.

Hier konnte die von allen gelobte Nachtwächterführung ihr Ende finden. Zu guter Letzt wurden die beiden Laternenträger Mika Ruth und Malik Schranz von Nachtwächter Dieter mit einer Urkunde geehrt.