Bürgermeister Alsfasser zu den aktuellen Corona-Entwicklungen in Baumholder

Bürgermeister Alsfasser zu den aktuellen Corona-Entwicklungen in Baumholder

Stand:15.10.2020


Baumholder. Dem Gesundheitsamt des Landkreises Birkenfeld hat die US-Army am Mittwoch, den 14. Oktober 2020 eine Tabelle mit den Personalien von 42 Soldaten vorgelegt, die seit Ende September an Corona erkrankt seien. Davon haben 38 ihren Wohnsitz im Landkreis Birkenfeld, davon 36 „on base“, also in den amerikanischen Kasernen. 33 der 38 infizierten GIs stehen unter Quarantäne, deren Anordnung den US-Behörden obliegt, also nicht Aufgabe des örtlich zuständigen Gesundheitsamts ist. 

Was bei den meisten Militärangehörigen noch fehlt, ist das Datum des positiven Befunds, berichtet der Kreisbeigeordnete Peter Simon. Somit bleibt vorerst unklar, welche Auswirkungen die von den Amerikanern gemeldeten Fälle auf die 7-Tage-Inzidenz des Kreises Birkenfeld haben. Diese sank am Mittwoch trotz drei weiterer Infektionen von 18,5 auf 14,8, weil zugleich sechs Patienten herausfielen.

Indes lobt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Baumholder, Bernd Alsfasser, die Kooperationsbereitschaft der US-Garnison: „Ich bin seit Dienstag wieder im Dienst und hatte seitdem viele offene und gute Gespräche mit den amerikanischen Kommandeuren.“ Bis er selbst nach einem Corona-Fall unter den US-Zivilbediensteten in Quarantäne kam, „bin ich davon ausgegangen, dass es auf dem US-Stützpunkt keine Corona-Problematik gibt“, bekundet Alsfasser. Bei der Informationsveranstaltung am 28. September, die die „häusliche Absonderung“ von einem Dutzend Kommunalpolitikern nach sich zog, bestätigte der stellvertretende Garnisonsmanager, innerhalb der Militärgemeinde Baumholder habe es noch keine Corona-Infektion gegeben. Dem VG-Chef sicherte die US-Garnison jetzt zu, bis Ende des Monats alle Soldaten auf dem Stützpunkt Baumholder – unabhängig davon, ob sie Symptome haben oder nicht – durchzutesten.

Auch beim zweiten Corona-Brennpunkt in Baumholder kommen die Behörden voran und können Konsequenzen vermelden. Die „Rockbar“ in der Bahnhofstraße, in der eine Frau trotz Corona-Infektion bewirtete, bleibt bis zum 30. Oktober geschlossen. Neben diesem Verstoß führte das Lokal auch die Kontaktlisten nicht ordnungsgemäß, sodass sich die Inhaberin auf empfindliche Bußgelder einstellen muss. Übereinstimmend gelangten Gesundheitsamt, Verbandsgemeindeverwaltung und US-Garnison zu der Erkenntnis, dass es in der jetzigen Situation unerlässlich ist, alle Bars und Pubs in Baumholder für die amerikanischen Soldaten „off limits“ zu setzen. Dieses Verbot gilt ausdrücklich nicht für Restaurants, betont Bürgermeister Alsfasser: „Wir gewinnen damit auch Zeit, um die bislang geführten Kontaktlisten auszuwerten.“ Nach seinen Angaben kontrollierte die VG-Ordnungsbehörde die Gäste-Registrierung bereits in der Anfangsphase und hatte damals auch in der „Rockbar“ nichts zu beanstanden.

Obwohl die vorgeschriebene Kontaktdatenerfassung durch die Betreiber der „Rockbar“ eklatante Mängel aufwies, macht das Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung der Infektionsketten Fortschritte. Auf den öffentlichen Aufruf hin haben sich bereits 125 Gäste gemeldet, von denen 120 im Kreis Birkenfeld wohnen -  etwa zwei Drittel Deutsche, zu einem Drittel Amerikaner. Für die Personen in seinem Zuständigkeitsbereich ordnete das Gesundheitsamt Idar-Oberstein unverzüglich häusliche Quarantäne an. Außerdem werden alle einem Corona-Test unterzogen, wobei der Zeitpunkt nicht zuletzt vom Datum des Bar-Besuchs abhängt.



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